Die christliche Gabe

20170105_075709.jpgDie letzten 2 Wochen verbrachte ich mit meiner Familie in Kasachstan in dem Geburtsort meiner Eltern. Wir haben viele Leute kennenlernen dürfen und auch bekannte Gesichter wieder begrüßen. Es stellte sich heraus, dass mein Onkel genauso wie ich gerne Schach spielt. Ich muss ehrlich zugeben ich hab in den 2 Wochen so oft gegen ihn gespielt aber hab nicht ein einziges mal gewonnen.

Was mich so an diesem Spiel fasziniert ist die Taktik und die Notwendigkeit sich in den anderen rein zu versetzen um zu verstehen, was er im Schilde führt und wie man handeln kann.

Und so entsteht folgende Situation: Mein Onkel bewegt eine Figur nach vorne. Was ich jetzt in Gedanken verstehen muss ist, was möchte er damit erreichen? Wieso bewegt er die Figur? Was ist seine Absicht? Er bewegt sie ja nicht umsonst.

Mit diesen Gedanken war ich später auch noch beschäftigt als wir durch die Stadt fuhren. Meine Eltern zeigten uns die Straßen und Häuser in denen sie aufgewachsen sind.An einer Kreuzung standen wir an der Ampel. Alles komplett verschneit. Auf unserer rechten Seite ist ein Mann mit seinem Auto steckengeblieben.

Wir sahen es alle. Dann kam der Vorschlag „Lasst uns ihm doch helfen“. Es folgte Schweigen. Die Ampel schaltet auf grün und wir fahren los. Dann kam die Ausrede „Wir fahren sowieso einen Kreis, wenn er dann noch steht helfen wir ihm“.

Wir fuhren einen Kreis und der Mann war schon weg. Während jemand sagte „Er hat es auch ohne uns geschafft“ dachte ich „Bestimmt haben ihm Christen geholfen.“

Im Grunde genommen ist es das, worüber ich sprechen möchte. Manchmal kommen wir in Positionen, oder werden in gewisse Situationen gebracht in denen wir anhalten sollten und nachdenken „Warum hat mich Gott genau hierher gebracht?“ „Was ist seine Absicht?“.Gott bringt niemanden aus versehen in eine solche Position. Er denkt sich etwas dabei.

Montags sind wir in Frankfurt am Main gelandet. Auf dem Weg zum bezahlen de Parktickets sah ich einen älteren Mann mit einem Schild. Darauf stand „Habe Hunger bitte helft mir. Danke.“

Zuerst gingen wir alle an ihm vorbei. Doch dann hielt ich an und gab ihm 2 Bananen und ein Snickers. Er dankte mir glaub ich 5 mal hintereinander.

Ich erzähle es nicht um mich gut darzustellen sondern im Gegenteil. Gott gibt mir so viele Situationen in denen ich geben sollte aber ich suche mir nur aus welche mir passen?

Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, dem wird es als Sünde angerechnet.“ -Jakobus 4,17

Zu diesen Geschichten fiel mir auch die Witwe ein, welche im Tempel war und nur 2 Scherflein in die Opferkasten geschmissen hat. Jesus sagte damals, dass sie mehr gegeben hat als alle anderen, weil sie nicht von ihrem Überfluss gab sondern von ihrer Existenz.

Wisst ihr ich mag Bananen und auch Snickers aber es war von meinem Überfluss was ich abgab. In diesen Momenten beneide ich die Witwe. Wenn wir jemandem Geld, Kleidung oder sonst etwas geben, rechnen wir automatisch. Wie kompensiere ich den Verlust meines Geldes. Wo nehme ich jetzt Kleidung her, wobei bei Kleidung eher altes abgegeben wird. Diese Witwe aber nicht. Sie gab alles. Im Wissen, dass sie von nichts mehr Leben kann gab sie dennoch alles ab.

Gott schenkte ihr diese 2 Scherflein und sie verstand, dass diese Investition nicht einfach getätigt wird sondern sie muss es weitergeben.

All eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ -1. Petrus 5,7

Diesen Vers sollten wir uns täglich wieder vor Augen führen. Denn die Witwe wusste, dass Gott für sie sorgen wird. Sie zweifelte nicht eine Sekunde. Möge der Herr uns auch so eine Zuversicht schenken wie ihr.

Gott hat uns diese Position des Wohlstands und der Sorglosigkeit geschenkt, damit wir unbesorgt denen helfen können, welche nichts haben.

Wie sieht unsere christliche Gabe aus? Sind es leere Versprechen die wir Gott geben? Geld aus der Kaffeekasse?

Oder sind wir soweit wie Josua und können sagen:

Ich aber und mein Haus wolle dem Herrn dienen.“ Josua 24,15

Der Dienst für den Herrn ist kompromisslos, wichtig, heilig. Wir dürfen nicht unsere Positionen leichtfertig hergeben. Wir müssen das beste daraus machen, denn das ist der Wille Gottes, durch uns Gutes auf Erden zu bewirken.

 

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2016/2017

fireworks-1845023_1280Das Jahr 2016 ist nun Geschichte. Es war ein Jahr mit vielen Ereignissen, manche waren positiv andere hingegen negativ. Man neigt dazu immer das vergangene Jahr dann zu betrachten und zu analysieren, wo man richtig gehandelt hat und wo man Fehler gemacht hat.

Für mich persönlich war das Jahr 2016 ein ganz besonderes Jahr. Im März 2016 erblickte mein Sohn das Licht dieser Welt und ist seither unser Sonnenschein auch an verregneten Tagen. Dieses Jahr durfte ich auch meine Lehre als Oberflächenbeschichter abschließen. Alles in allem hat der Herr sein Segen über mich ausgeschüttet.

In der Gemeinde, die ich besuche, ist es üblich, dass zu Silvester ein Gottesdienst stattfindet. Wir treffen uns gegen 22:00 Uhr und genießen die Gemeinschaft und füllen diese mit Gesang, Gedichten und Segenswünschen. Bevor dann das neue Jahr anbricht, knien wir uns gemeinsam hin und beten, sodass wir das neue Jahr auf knien erwarten im Gespräch mit unserem himmlischen Vater.

Nicht jeder hat dieses Privileg das Jahr so begrüßen zu knnen, dennoch erhoben sich die vergangene Woche einige kritische Stimmen. Manche waren unzufrieden mit der Art und Weise und voralle mit der  Uhrzeit. Den Gottesdienst auf 19:00 Uhr zu verlegen um dann das neue Jahr zu Hause zu begegnen wurde sogar diskutiert.

Ehrlich gesagt war ich nicht so begeistert von dieser Idee. Mir war diese Tradition sehr wichtig, da es niht einfach ein Ritual ist an welches wir uns gewöhnt hatten, nein es war viel mehr.

Es hat eine gewisse symbolische Kraft. whrend auf der ganzen Welt Feuerwerk gezündet wird und der Schall der kleinen Explosionen die Stadt füllt gibt es einen Ort an dem Stille herrscht und man vereinzelnt Gebete warnimmt. Es ist ein Kontrast den wir hier geben. Etwas, was die Gemeinde von Anfang an sein sollte. Eine besondere Gemeinschaft, welche den Umständen ihrer Umgebung trotzt. Sei es an Silvester oder wenn alle voller Wut und Hass den Schuldigen suchen und Flüchtlinge als schändlich anerkennen, sind es wir Christen welche in Ruhe im Gebet zu Jesus kommen. Wir sind auch nur flüchtige Besucher auf dieser Erde und wenn wir uns die Jünger Jesu nennen wollen haben wir Liebe untereinander.

„Es ist alles vergänglich“ Prediger 1,2

An solchen Tagen wird mir immer wieder die Endlichkeit dieser Erde bewussst und wie sehr wir uns doch bemühen, das Endliche so gemütlich wie möglich zu gestalten. Ich sage nicht, dass jeder auf der Straße leben sollte, weil alles endlich ist. Vielmehr möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Gott etwas für uns vorbereitet und durch Jesus Christus zugänglich gemacht hat. Wenn sich dann wieder einmal die Stimme der Wut in uns erhebt, sollten wir daran denken, dass Gott die Liebe ist und uns nie im Stich lässt sondern eine ewige bleibende Stätte für uns hat.

So beteten wir ins neue Jahr und baten vorallem um den Segen Gottes, um seine Gnade und um Kraft damit diese Welt nicht in unserem Leben die Führung übernimmt.

„Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe, und eigene Mühe fügt ihm nichts hinzu.“ Sprüche 10,22

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr 2017! Folgt dem Herrn, ihr werdet es nicht bereuen!